Als ich 2016 die Idee für den Letshygge-Blog hatte, war ich offenbar kurz der Meinung, ich müsste das alles sehr professionell machen.
Also so richtig professionell.
Mit Konzept, Struktur, regelmäßigen Artikeln, perfekten Bildern, vielleicht sogar einer Art Redaktionsplan. Kurz gesagt: Ich hatte den naiven Gedanken, ein kleines privates Blogprojekt könne sich benehmen wie ein ausgewachsenes Online-Magazin.
Spoiler: Konnte es nicht.
Am Ende hatte ich mehr Ideen als Zeit, mehr Baustellen als fertige Artikel und mehr Anspruch als Gelassenheit. Letshygge wuchs mir irgendwann über den Kopf. Nicht dramatisch mit Blitz und Donner, sondern eher so, wie Dinge im Alltag eben manchmal einschlafen: erst schreibt man weniger, dann noch weniger, dann denkt man „müsste ich eigentlich mal wieder“, und irgendwann ist „mal wieder“ ein paar Jahre alt.
Trotzdem fand ich es immer schade, Letshygge einfach sterben zu lassen.
Denn die Idee mochte ich immer noch: ein persönlicher Ort im Netz für Menschen aus Deutschland, die in Dänemark Urlaub machen, Dänemark mögen oder sich für dänische Kultur, Ferienhäuser, Inseln, Küsten, Wind, Wetter, Hygge und den ganzen wunderbaren Klimbim interessieren.
Inzwischen gehört auch fanø.net dazu. Ebenfalls privat. Ebenfalls nicht kommerziell. Ebenfalls aus Freude an der Sache — und vermutlich auch, weil ich offenbar nicht gut darin bin, Dinge klein zu halten.
Ich bin IT’ler. Das erklärt einiges. Entschuldigt aber nicht alles.
Im richtigen Leben bin ich IT’ler.
Das bedeutet: Ich kann mich stundenlang mit technischen Details beschäftigen, die normale Menschen nicht einmal als Problem erkennen würden. Gleichzeitig kann ich aber erstaunlich lange vor einem leeren Textfeld sitzen und überlegen, wie man einen Blogartikel anfängt, ohne dass es klingt wie eine Gebrauchsanweisung für einen Router.
Kleine, charmante Texte einfach so aus dem Ärmel zu schütteln, ist nicht unbedingt meine Kernkompetenz. Fotos bekomme ich einigermaßen hin. Meistens jedenfalls. Wenn das Licht stimmt. Und wenn niemand fragt, warum der Horizont schon wieder leicht schief ist.
Ein klassischer Developer bin ich auch nicht. Also nicht in dem Sinne, dass ich mich abends mit einem Glas Rotwein hinsetze und mal eben elegant sauberen Code schreibe. Viele meiner Ideen passen außerdem nicht besonders gut in fertige Baukastensysteme. WordPress, Mietlösungen und ähnliche Systeme sind praktisch, keine Frage. Aber ich mag die Freiheit, auf meinen eigenen Servern Dinge auszuprobieren, die mir gerade in den Sinn kommen.
Manchmal ist das sinnvoll.
Manchmal ist es ein Chatbot.
Manchmal denkt man über eine Alexa-Anbindung fürs Sommerhaus nach und fragt sich erst später, ob die Welt wirklich darauf gewartet hat.
Aber genau dieser Spielraum macht mir Spaß.
Was 2026 anders ist als 2016
Eigentlich ist vieles gleich geblieben.
Ich bin immer noch kein Schreibgenie. Ich bin immer noch kein Vollblut-Developer. Ich habe immer noch mehr Ideen als Zeit. Und ich neige weiterhin dazu, aus „ich mache mal eben schnell“ ein kleines Nebenprojekt mit eigener Unterstruktur zu bauen.
Der Unterschied ist: Es gibt inzwischen KI.
Und KI kann ziemlich genau bei den Dingen helfen, an denen ich früher regelmäßig hängen geblieben bin.
Aus Stichworten, halben Sätzen und Textschnipseln kann ein lesbarer Artikel werden. Aus einer technischen Idee kann ein erster Prototyp entstehen. Aus „ich hätte da gerne irgendwas mit Events, Wetter und vielleicht einem kleinen Chatbot“ wird nicht automatisch Magie, aber zumindest ein Anfang.
Das klingt bequem. Ist es auch ein bisschen.
Aber vor allem macht es Dinge wieder möglich.
Denn die Alternative wäre bei mir nicht: Ich schreibe alles perfekt selbst.
Die Alternative wäre eher: Ich schreibe gar nichts. Dann öffne ich irgendwann traurig die Seite, denke „ach ja“, schließe sie wieder und mache mir einen Tee.
Und davon hat nun wirklich niemand etwas. Außer vielleicht der Tee.
Jette ist keine Mitarbeiterin. Eher so eine digitale Nachbarin mit guten Ideen.
Damit ich nicht jedes Mal erklären muss, welche KI an welcher Stelle geholfen hat, habe ich „Jette“ erfunden.
Jette ist keine echte Person. Jette ist mein Sammelbegriff für verschiedene KI-Werkzeuge, die mir bei Letshygge.com und fanø.net helfen. Mal beim Strukturieren von Texten, mal beim Formulieren, mal bei Code, mal bei Ideen, mal beim Aufräumen meiner etwas enthusiastischen Gedankensammlungen.
Man könnte sagen: Jette sitzt mit am Tisch.
Ich bringe die Erlebnisse, Fotos, Eindrücke und meine persönliche Sicht auf Dänemark mit. Jette reicht mir gelegentlich den sprachlichen Besen, sortiert das Chaos und sagt sinngemäß: „Vielleicht machen wir daraus erst einmal drei Absätze statt siebzehn.“
Das ist hilfreich.
Es ändert aber nichts daran, dass die Grundlage meine eigenen Erfahrungen sind. Ich war an diesen Orten. Ich habe den Wind gespürt, den Sand in den Schuhen gehabt, den Tee im Ferienhaus getrunken und vermutlich irgendwo wieder vergessen, wo ich die Sonnenbrille hingelegt habe.
KI erlebt kein Dänemark für mich.
KI hilft mir nur, besser darüber zu erzählen.
Und weil mir Transparenz wichtig ist, werde ich den KI-Anteil klar kennzeichnen. Nicht versteckt, nicht verschämt, nicht mit einem kleinen Sternchen irgendwo im digitalen Kleingedruckten. Wenn Jette geholfen hat, dann steht das dabei.
Ich bin eher der Architekt. Oder Product Owner. Leider klingt das sehr nach Arbeit.
Meine Rolle hinter diesen Seiten hat sich verändert.
Früher dachte ich, ich müsste alles selbst machen: Idee, Text, Technik, Design, Pflege, Bilder, Fehler suchen, Fehler machen, Fehler reparieren, neue Fehler einbauen.
Heute sehe ich mich eher als jemand, der die Richtung vorgibt. Ich habe die Ideen, entscheide, was passt, bringe meine Erfahrungen ein und schaue, dass das Ganze nicht völlig aus dem Ruder läuft.
Also im Grunde ein Architekt.
Oder, noch schlimmer: ein Product Owner.
Ups. Das klingt jetzt wirklich sehr nach meinem Day Job. Ich verspreche, ich versuche keine Tickets für Hygge anzulegen.
Kein Businessplan. Keine Werbung. Kein „Sponsored Hygge“.
Letshygge.com und fanø.net sind private, nicht kommerzielle Webprojekte.
Ich mache das als Hobby. Nicht als Business. Nicht als Influencer-Vorbereitung. Nicht, weil irgendwo ein geheimer Plan liegt, mit dänischer Gemütlichkeit ein Medienimperium aufzubauen.
Es gibt hier keine Werbung, keine bezahlten Kooperationen, kein Google Analytics und keine Tracking-Spielchen. Keine Banner, die plötzlich Ferienhausportale anschreien. Keine Pop-ups, die euch daran erinnern, dass ihr noch keinen Newsletter abonniert habt, obwohl ihr nur wissen wolltet, ob es auf Fanø windig ist. Kleiner Hinweis: ja, meistens.
Ich nutze auch keine kostenlosen Hochglanzbilder von Tourismusorganisationen, nur damit alles etwas professioneller aussieht. Wenn ein Bild von mir ist, dann ist es von mir. Wenn keins da ist, ist eben keins da. Und wenn ein Foto nicht perfekt ist, dann passt das vielleicht sogar ganz gut. Dänemark ist ja auch nicht schön, weil alles perfekt ist, sondern weil es echt wirkt.
Ein bisschen Sand auf dem Boden gehört dazu.
Auch digital.
Der kleine Hintergedanke, der keiner großen Verschwörung würdig ist
Gibt es wirklich gar keinen Hintergedanken?
Na ja. Einen kleinen vielleicht.
Wir haben 2025 ein Sommerhaus gekauft. Dieses Haus ist über eine Agentur buchbar, und ich habe die Agenturseite verlinkt. Dafür bekommen wir keine Vermittlungsprovision. Es ist kein Affiliate-Link, kein geheimes Geschäftsmodell und keine ausgeklügelte Monetarisierungsstrategie.
Es ist einfach unser Haus.
Und wenn es irgendwo thematisch passt, verlinke ich darauf.
Das ist ungefähr so spektakulär wie ein dänisches Frühstücksbrötchen. Aber hoffentlich genauso ehrlich.
Warum überhaupt noch ein Blog?
Ein Blog ist 2026 natürlich ein bisschen oldschool.
Vielleicht war ein Blog sogar 2016 schon oldschool, aber damals konnte man sich noch besser einreden, das sei alles sehr modern.
Heute findet vieles auf Social Media statt. Dort muss man tanzen, zeigen, reagieren, optimieren, posten, reposten, und am besten noch wissen, zu welcher Uhrzeit der Algorithmus gerade gute Laune hat.
Ich kann das alles eher mäßig.
Ich spiele dieses Spiel ungefähr so elegant wie jemand, der in Gummistiefeln versucht, auf glattem Ferienhausboden Yoga zu machen.
Deshalb wird Social Media bei mir vermutlich überschaubar bleiben. Wenn ich dort etwas poste, dann wahrscheinlich in der Größenordnung: „Hier ist ein neuer Beitrag.“ Ohne Trommelwirbel. Ohne Countdown. Ohne „Ihr glaubt nicht, was dann passiert ist“.
Letshygge und fanø.net sollen eigene kleine Orte im Netz bleiben. Ruhiger. Unabhängiger. Weniger hektisch.
Ein bisschen wie ein Ferienhaus im Januar: nicht viel los, aber genau deshalb schön.
Ein bisschen Mehrwert darf trotzdem sein
Auch wenn das hier ein Hobbyprojekt ist, möchte ich natürlich nicht nur gelegentlich persönliche Texte ins Internet stellen und hoffen, dass sich jemand freut.
Ich habe angefangen, Daten einzubinden, die für Urlauber tatsächlich nützlich sein können: Wetter, Klima, Events und ähnliche Informationen. Dinge, die Mehrwert bringen, ohne dass ich jeden einzelnen Eintrag von Hand pflegen muss.
Das passt gut zu meiner Art, an solche Projekte heranzugehen. Ein bisschen Inhalt, ein bisschen Technik, ein bisschen Experiment, und zwischendurch die Frage: „Warum funktioniert das jetzt eigentlich nicht?“
Auch das ist Hygge. Nur mit Logfiles.
Letshygge und fanø.net als Experiment
Für mich sind Letshygge.com und fanø.net im Jahr 2026 ein Experiment.
Nicht im Sinne von „Ich weiß genau, wo das hinführt“, sondern eher im dänischen Sinne: Wir schauen mal. Erst mal einen Tee. Dann sehen wir weiter.
Mich interessiert, was heute mit KI bei der Erstellung und Pflege von Webseiten möglich ist. Ob KI mir helfen kann, bessere Artikel zu schreiben. Ob technische Ideen, die früher zu aufwendig gewesen wären, plötzlich machbar werden. Und ob dabei trotzdem noch etwas Persönliches, Echtes und Eigenes übrig bleibt.
Das ist für mich der entscheidende Punkt.
Ich möchte keine seelenlose Content-Maschine bauen. Davon gibt es im Internet schon genug. Ich möchte meine Sicht auf Dänemark teilen: subjektiv, unperfekt, manchmal vielleicht etwas verliebt, manchmal mit einem Augenzwinkern, aber ehrlich.
Mit eigenen Fotos. Mit eigenen Eindrücken. Mit echter Begeisterung für Dänemark, Fanø, Ferienhäuser, Küstenwind, Sofakissen, Kerzenlicht, Regen an der Scheibe und diesen Moment, wenn man im Urlaub plötzlich merkt, dass man gar nicht mehr genau weiß, welcher Wochentag ist.
Schön, wenn ihr wieder dabei seid
Ich hoffe, dass ich nun langsam wieder neue Geschichten aus Dänemark erzählen kann.
Nicht perfekt. Nicht nach Redaktionsplan. Nicht als professionelles Magazin. Eher als persönliches Hobbyprojekt, das sich erlaubt, ein bisschen unordentlich, neugierig und hyggelig zu sein.
Wenn ihr früher schon dabei wart: schön, dass ihr wieder vorbeischaut.
Wenn ihr neu hier seid: herzlich willkommen.
Und wenn ihr euch fragt, ob hier manchmal KI mitarbeitet: ja, tut sie.
Ich nenne sie Jette.
Aber die Liebe zu Dänemark, die ist echt.

